CHESS talk von Fabian Hattke: Steuerung von Universitäten zwischen Profession und Organisation

CHESS Talk mit Dr. Fabian Hattke – Mittwoch 7. Oktober 2015 18.00 – 20.00 Uhr Uni Hauptgebäude, Geschoss H, Seminarraum 321 (KOL-H-321)

Universitäten sehen sich in den letzten Jahren einem zunehmenden Veränderungsdruck ausgesetzt. Die politischen Reformen des New Public Management, der Trend zu koordinierten Großprojekten und eine zunehmend kompetitive Drittmittelfinanzierung stellen das Hochschulmanagement vor neue Herausforderungen. Schlankere Entscheidungsprozesse sowie eine zu „Shared Services“ gebündelte, professionalisierte Administration sollen die Leistungs- und Zukunftsfähigkeit der Universitäten sicherstellen. Gleichzeitig orientiert sich die externe wie interne Hochschulsteuerung stärker an Qualitätsurteilen wissenschaftlicher Gemeinschaften, die quer zu Landes- und Organisationsgrenzen liegen und sich einer direkten Einflussnahme durch hochschulpolitische Akteure entziehen. So basieren Ressourcenallokationen und Personalentscheidungen zunehmend auf Gutachterurteilen und Rankings, die akademische Wertmaßstäbe abbilden sollen.

Seinen CHESS-Talk stützt Fabian Hattke auf einen Bezugsrahmen, der die interdisziplinären Felder der Hochschul- und Wissenschaftsforschung skizziert. Anhand ausgewählter empirischer Studien diskutiert er unter anderem die folgenden, aktuellen Fragestellungen: Wie effektiv ist die Zentralisierung von Entscheidungskompetenzen und administrativen Aufgaben? Welche (impliziten) Qualitätsmaßstäbe liegen den neuen Steuerungsinstrumenten zu Grunde und welche Verhaltenswirkungen entfalten sie? Und wie wirken sich die Stärkung der Organisationsfähigkeit von Universitäten einerseits und die Stärkung wissenschaftlicher Gemeinschaften andererseits auf die Universitätssteuerung insgesamt aus?