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CHESS – Center for Higher Education and Science Studies

Forschungsprojekte der Geschäftsstelle

SRM-RM: Swiss research monitoring and the responsible use of metrics

Projektleitung Dr. Rüdiger Mutz
Kontakt ruediger.mutz@uzh.ch
Projektbeschrieb

Mit «Forschungsmonitoring» wird die systematische Beschaffung und wissenschaftliche Aufbereitung von Informationen über das Forschungssystem der Schweiz und dessen Umfeld bezeichnet, das sich dem verantwortlichen, reflektierten und kritischem Gebrauch von Metriken verschreibt. Das wissenschaftliche Projekt versucht, eine Lücke in diesem Bereich zu schliessen.

Problemstellung

Hochschulen sind in vielfältiger Weise durch Fragen der Wettbewerbsorientierung, des Qualitätsmanagements, der Open Science, der Profilbildung und der öffentlichen Rechenschaftslegung herausgefordert, die einer expliziten Steuerung bedürfen.

Die Governance von Hochschulen erfordert jedoch valide Informationen über Input, Prozess und Output der Wissensproduktion, die sich in wissenschaftlichen Kommunikationsprozessen niederschlagen (z.B. Publikationen in Zeitschriften, Konferenzbeiträge, Social Media). Daten aus Peer-Review-Verfahren lassen sich als Informationsquellen meist nicht für die Gesamtbewertung von Forschung nutzen, da nur einen begrenzten Zugang zu den Daten besteht, darüber hinaus generalisierende Aussagen häufig nicht möglich sind. Neben dem Peer Review hat sich die Bibliometrie als ergänzende Informationsquelle etabliert. Die Bibliometrie analysiert quantitativ Informationen, die im wissenschaftlichen Prozess entstehen (z.B. Publikationen, Zitationen, Social Media). Solche Daten können im Rahmen der evaluativen Bibliometrie zu Kennzahlen und Indikatoren verdichtet werden, die den Diagnose-, Steuerungs-, Entscheidungs- und Evaluationsprozesse an Hochschulsystem unterstützen können. Die Verwendung von Indikatoren erfordert jedoch eine Reflexion über die Qualität der Metriken, die Berücksichtigung des Anwendungskontextes und mögliche Konsequenzen ihrer Anwendung (z.B. Gaming). Die Szientometrie oder quantitative Wissenschaftsforschung erweitert den Analyserahmen. Dabei wird die Wissenschaft als Ganzes empirisch analysiert und eine Vielzahl von Informationsquellen (z.B. SNF, Bundesamt für Statistik, bibliographische Datenbanken, Patente) zur Analyse herangezogen.

Zielsetzung

Zentrales Ziel des Projekts ist einerseits die Beschaffung, Aufbereitung, Überwachung und wissenschaftliche Analyse von Informationen über das Schweizer Forschungssystem und dessen Umfeld, um empirische Grundlagen für die strategische Entscheidungsfindung und Governance zu schaffen. Andererseits sollen Kompetenzen im Bereich der Szientometrie und Bibliometrie aufgebaut und der kritische Umgang mit verschiedenen Informationsquellen gefördert werden.

Publikationen und Berichte (Auswahl)

Barth, A., Marx, W., Bornmann, L. & Mutz, R. (2014). On the origins and the historical roots of the Higgs boson research from a bibliometric perspective. European Physical Journal, 129(6), Article 11. https://doi.org/10.1140/epjp/i2014-14111-6

Bornmann, L.; Mutz, R., Haunschild, R., Moya-Anegon, F. de, Almeida Madeira Clemente, M. de, & Stefaner, M. (2021). Mapping the impact of papers on various status groups in excellencemapping.net: a new release of the excellence mapping tool based on citation and reader scores. Scientometrics 126 (11), 9305–9331. https://doi.org/10.1007/s11192-021-04141-4

Fraumann, G. & Mutz, R. (2020). The h-index. In: R. Ball (Eds.). Handbook Bibliometrics (p. 169–177). Boston: DeGruyter. https://doi.org/10.1515/9783110646610

Mutz, R. (2022). Diversity and interdisciplinarity: Should variety, balance and disparity be combined as a product or better as a sum? An information-theoretical and statistical estimation approach. Scientometrics, 127, 7397-7414. https://doi.org/10.1007/s11192-022-04336-3.

Mutz, R. (2023). Die Universität Zürich im Spiegel der Rankings - Ergebnisse einer bibliometrischen Analyse. Bericht an den Rektor der UZH. PDF (PDF, 12 MB)

Tools

Folgende Monitoring-Tools (Open Source) wurden unter Mitwirkung von Dr. Rüdiger Mutz (CHESS) entwickelt und können auch für die Analyse des Schweizer Hochschulsystems genutzt werden::

  1. ExcellenceMapping: Die Web-Applikation visualisiert den Impact von Publikationen, die in verschiedenen Fachgebieten (und über alle Fachgebiete hinweg) veröffentlicht wurden (bibliometrische und altmetrische Indikatoren). Die Web-Anwendung wurde in Zusammenarbeit mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Max-Planck-Gesellschaft (Dr.Dr.habil Lutz Bornmann, Dr. Robin Haunschild), zwei Grafikern (Moritz Stefaner, Mirko Clemente), Felix de Moya (SCImago group) entwickelt und wird regelmässig erneuert und weiterentwickelt.
  2. ExcellenceNetwork: Die Web-Applikation visualisiert, wie erfolgreich Universitäten oder forschungsorientierte Einrichtungen zusammenarbeiten. Sie wurde von den gleichen Autoren entwickelt wie das ExcellenceMapping.
  3. CitedReferenceExplorer (CRExplorer): Mit dieser Applikation werden die in Publikationen besonders häufig zitierten Dokumente (cited references) analysiert. Die Applikation eignet sich besonders dazu, historische Wurzeln von Forschungsfeldern zu untersuchen, beispielsweise die historischen Wurzeln des «Higgs boson» (CERN, Genf).

SYoS-Projekt der ETH Zürich

Die ETH Zürich führt von 2022 bis 2023 das von swissuniversities geförderte Projekt «Swiss Year of Scientometrics SYoS» durch, das von swissuniversities gefördert wird (https://yearofscientometrics.ethz.ch/), an dem das CHESS beteiligt ist. Dabei handelt sich um eine Veranstaltungsreihe zu Fragen des verantwortungsvollen Einsatzes von Metriken in der Forschungsevaluation.

Bibliometrische Beratung und Dienstleistungen

Es werden bibliometrische Beratungen und Dienstleistungen insbesondere für Angehörige der Universität Zürich angeboten (z.B. Literaturrecherche, Publikationsstrategien, Resonanz der Forschung in der Scientific Community, Open Access, Profile).

 

 

 

NFP 77 Digitale Transformation - Digitale Strategien: Hochschulen und Disziplinen als Agenten des Wandels?

Website Projektseite NFP 77
Trägerschaft Prof. Katja Rost
Projektleitung Leitung Forschung: Dr. Philippe Saner
Leitung Vermittlung & Beratung: Dr. Christian Leder
Kontakt philippe.saner@chess.uzh.ch
christian.leder@chess.uzh.ch
Laufzeit 2020-2024
Förderung Das Projekt wird durch den Schweizerischer Nationalfonds im Rahmen des NFP 77 „Digitale Transformation" finanziert.
Projektbeschrieb

Das Projekt geht davon aus, dass Hochschulen als Orte der Forschung und Lehre wichtige Kontexte sind, in denen die digitale Transformation mitgestaltet wird. Deshalb untersucht es, wie Hochschulen als Organisationen und die an ihnen institutionalisierten wissenschaftlichen Disziplinen bezüglich der sozio-technischen Entwicklung der Digitalisierung agieren und reagieren. Dazu fokussiert das Projekt insbesondere das organisationale Feld des Schweizerischen Hochschulraums und die ihn ihm aktiven organisationalen, wissenschaftlichen aber auch regulatorischen Akteure. Das Projekt zielt in einem ersten Schritt darauf ab, im Rahmen eines „Mappings“ die Digitalisierung auf der Ebene des Schweizer Hochschulraums zu untersuchen und diesen auch mit  internationalen Entwicklungen zu vergleichen. Ausgehend von dieser Gesamtschau werden dann in einem zweiten Schritt ausgewählte Hochschulen und wissenschaftliche Disziplinen in vertiefenden Fallstudien untersucht. Das Projekt leistet somit einen Beitrag zum Verständnis der digitalen Transformation der Gesellschaft am Beispiel von von Hochschulen und Wissenschaft. Gleichzeitig stellt das Projekt auch einen Beitrag an die Erforschung des Schweizer Hochschul- und Wissenschaftssystems dar, indem es diese an einer wichtigen Entwicklung - der Digitalisierung - ausleuchtet. Es befasst sich damit mit einer Kernthematik des breiteren Forschungsprogramm des CHESS. Das Projekt legt neben dem erkenntnisorientierten Forschungsinteresse einen grossen Wert auf den Austausch über die Projektbefunde mit Stakeholdern im Schweizer Hochschul- und Wissenschaftssystem und will so einen Beitrag an eine gesteigerte Selbstreflexion im Schweizerischen Hochschul- und Wissenschaftsraum leisten.

Das Projekt geht davon aus, dass gesellschaftliche Legitimationszwänge und multiple Wettbewerbe Dynamiken und Strukturen in Hochschulen und Wissenschaft massgeblich mitgehalten und untersucht Digitalisierung vor diesem Hintergrund. Das Projekt schliesst deshalb insbesondere an neo-institutionalistisch geprägter Forschung an, die einerseits in ihren Grundannahmen den Legitimationsbedarf von gesellschaftlichen Akteuren, insbesondere Organisationen, betont und in den letzten Jahren besonders die Entstehung und die Folgen von Wettbewerb aus einer sozialkonstruktivistischen Perspektive untersucht. Weiterhin stützt sich das Projekt zudem insbesondere auf die Hochschulforschung, die Wissenschafts- und Technikforschung sowie die Organisationssoziologie im Allgemeinen. Methodisch verfolgt das Projekt einen Mixed Methods Ansatz

Abgeschlossene Forschungsprojekte der Geschäftsstelle

Leitung Projekt Laufzeit

Bernhard Nievergelt (CHESS)

Dr. Christian Wassmer (ZHAW)

Vorstudie zum Hochschulplatz Zürich (gemeinsames Projekt mit der ZHAW-Hochschulforschung)

2018-2019